Flaggenlehre aus Flaggenleere
Veröffentlicht: 16. Dezember 2011 Einsortiert unter: Allgemeines | Tags: Anarchismus, Flagge, Kollektivkonstruktion, Leere, Lehre, Max Stirner Schreibe einen Kommentar »Eine Flagge mit dem Symbol einer vermeintlichen Einheit eines konstruierten Kollektivs zu schwenken hat nur einen kollektiven Sinn, solange man daran glaubt (also diesen Glauben hat bzw. aufrecht erhalten kann). Eine solche Kollektiv(ver)äußerung scheint daher maximal geeignet für temporäre Verbrüder- und schwesterungen, z.B. bei heutigen Fußball-Ereignissen und anderen Veranstaltungen (wenn diese unfanatisch und nicht politisiert aufgeladen von statten gehen), die kurzfristig sind. Also im Zuge (z.B. formuliert als: in der nicht-weltenbewegend-orientierten Dialektik) von sozialen Ereigniskonstruktionen, die keine sozial weitergehenden Positionierungen und Unterscheidungen – wie praktisch wirksame Dualismen und aggressive Abgrenzungen (Dualismen von “milden”/versteckten bishin zu offenen Freund/Feind-Unterscheidungen) – ausdrücken oder reproduzieren (können oder [zumindest] sollen).
Eine Flagge “für sich selbst”, (als solche und/oder) mit dem bewusst subjektiven Ausdruck einer oder eines Einzigen und deren und dessen Eigentümlichkeit (angelehnt an Stirner), wäre vielleicht (immer wieder) Versuche wert. Aber: Sie sagt dem Anderen und dessen Andersheit (zumindest zuerst bis zunächst) nichts. Aber, wenn es sie gäbe, stünde sie für sich und zunächst (also im Anspruch auf “Wahrheit” oder “Bedeutung”) nur für sich. Ohne Anmaßung (z.B. nach Hayek) oder Zentralisierungsversuch (im Sinne des dezentralen Anarchismus).
Könnte eine Flagge, wenn sie aus dem Einzelnen und dessen praktischer Welt ‘entsprungen’ wäre (also sein könnte) ein herrschaftsloser Kommunikationsversuch? Statt des Hegemonial- (bishin zu Beherrschungs-)Versuchs und -Anspruchs einer kollektiven Flagge? Wäre es so und wäre es möglich? Beides offene Fragen.