Postmodernistische Nicht-(oder Un-?)festgelegtheit

Innere Nichtfestgelegtheit, innere Post-Subjektivität.

Äußere Nichtfestgelegtheit/Nichtfestlegung, äußere Vielfalt.

Zusammen nicht möglich? Meine Vermutung: Aus psychologischen Gründen?

Existenzialismus

Der vernunftkonstitutierte Existenzialismus muss ein individualistisch basierter sein, ob als individuelle Lebensphilosophie oder als kooperative Inspiration (zwischen Individuen). Dadurch ist er nie vollständig, kein holistisches Konzept, keine abgeschlossene Sache. Die Vernunft verlangt über diesen (möglichen) existenzialistischen Teil hinaus das Strukturbewusstsein und die inhaltliche Kritik der eigenen Entwürfe. Aus einer solchen, ihrer Nichtvollständigkeit bewussten Existenzialphilosophie, kann auch eine “liberalistische” oder anderweitig individuelle kritische Betrachtung/Perspektive anderer, u.a. strukturaler Ansätze, erfolgen. Eine gegenseitige Inspiration kritischen Denkens ist erforderlich (wenn mensch nach vernünftiger Einsicht und Entwicklung strebt). Und es könnte, was die Entwicklung und Praktizierung zumindest partieller Lebensformen angeht, eine Grundlage sein, die existenzialistisches Ernstnehmen der Idee mit strukturalen und anderen Einsichten verbindet. Aufklärung und Praxis und kritische Reflexion.
In der Realität ist es meist weniger so theoretisch-logisch und ethisch-schön, dass eines aufs andere folgt und es gleich sichtbare Verbesserungen gibt. Die Erkenntnis macht einen auch bescheiden – sowohl die theoretische Einsicht (über die verwobene Zusammensetzung des sozialen Lebens) wie auch die praktische Erfahrung. Aber mindestens zwischendurch sollte mensch Inspiration nicht verweigern. Auch wenn die Erfahrungen der Enttäuschungen Angst machen oder Schmerzen verursachen. Kritisch bleiben muss mensch eh, wenn einem das gegeben ist. Und entscheiden muss mensch auch, aktiv oder passiv. Dabei existenziale Aktivität (das Praktizieren des Versuchs), strukturale Bewusstheit (auch zur Bildung einer gewissen Frustrationstoleranz bzw. einem Verständnis [zum Beispiel für die Imperfektion von Demokratie], ohne individuelle und politische Versuche der Verbesserung grundsätzlich aufzugeben) und Vernunftethik zu verbinden, ist zumindest theoretisch für mich zusammenpassend. Für interessierte Individuen (für die auch wichtige sach-solidarische und politisch-kollektive Aktion/Politik eher zu wenig materialistisch vermutlich) auch eine kritisch-offen zu haltende Basis für Praxis und Entwicklung.

Normal ‘ist’, aber das ist keine Begründung für Handeln

Normal ist einerseits essenziell nicht vollständig festlegbar. In einem technisch-wertfreien Aspekt ist es das, was normiert ist. Im Bereich des Lebendigen (also nicht der genormten Waren) ist das teilweise funktional erklärbar, teils durch gedankliche Faulheit, und teils durch das Sicherheitsstreben vieler Menschen. Normal ist also das Normierte. Das sagt jedoch nichts über den ethischen Gehalt/Zustand aus. Normal kann also theoretisch erst Mal alles von sehr schön bis ethisch schrecklich sein. Normal ist etwas, das mensch wahrnimmt und sich dem stellen muss. Aber sie muss es nicht akzeptieren [existenzialistisches Sein und Handeln], allgemein: wenn es ihr oder ihm nicht gefällt. Vernunftbezogen: wenn es z.B. nicht wahr oder gut ist, wenn es nicht vernünftig ist. Normalität gibt gefühlte Sicherheit, aber sie ist nicht lebendig. Ob mensch ‘normal’ sein will, und ob er dann auch so wirkt (Wirkung ist bei Normalität primär, es ist ein sozial-klassifizierendes Phänomen, es geht um das normale Erscheinen) und so handelt, ist vielleicht zunächst (ohne Reflexion) eine Frage von Charakter und Biografie. Ob mensch sich im Normalen zu Hause fühlt und kein Verlangen nach Individualität hat vermutlich auch.

Kantischer Individualismus: Das Vernünftige tun, auch wenn keiner hinschaut.

Ich denke, ein Wir (mindestens ein Konkretes) sollte ein Wir sein und sonst nicht Wir genannt werden

Ich denke, nicht “wir denken” “wir meinen” etc.
Die (liberale) Formulierung des ‘Ich’ ist kein (spezieller oder relativ größerer) Egozentrismus, sondern ein Verzicht auf ein anmaßendes und/oder bevormundendes “Wir”. Als eine Individualaussage.
Ein ‘Wir’ ist nur so gut (qualitativ, ethisch) wie es die Gleichberechtigung aller mit dem Wir Mitgemeinten und intentional oder nonintentional mit Eingeschlossenen akzeptiert & praktiziert.

Gesellschaft als Aufgabe

Meine literarisch-existenzialistische Vorstellung einer der grundlegenden Aufgaben der Gesellschaft, bzw. von Menschen mit der Gesellschaft, ist die gleichberechtigte Vergrößerung der Entfaltungsmöglichkeiten und Entwicklungspotenziale. Das ist auch mit Foucault’schem Postmodernismus vereinbar vermute ich. Und dafür, gleichzeitig und wechselwirkend, aber ethisch zuerst kommend, die Vergrößerung der Gleichberechtigung der gesellschaftlichen Subjekte, als konstruierte Gruppen (und darin und darüber hinaus als Individuen).

Auch die Gesellschaft – und die anderen Lebensformen – stoßen an Grenzen. Aber Annahme (existenzialistisch eh unvermeidliche/konstitutive Nichtakzeptanz des Immer-gleich-Bleibens): Diese Begrenzungen (von konstruierter oder funktional-gegebener sozialsystem-aufrechterhaltungs-Art, und vermutlich oftmals dazwischen) sind nicht immer gleich und unsere psychologische, soziologische, institutionelle und sozialfunktional-praktikable Beschränktheit ist durch Arbeit und Training verbesserbar -> Und daher eine Aufgabe, diese verschiedenen Ebenen zu verbessern.

Leben als verschiedenes Zusammenfinden in verschiedenen Festlegungsgraden

Einer der Begriffe von Familie: Als spezifizierte/auf eine Aufgabe reduzierte/fokussierte Lebensbeziehung:
Die “richtigen” Leute sollen die “richtigen” Kinder bekommen. Und diese in die “richtige” Form bringen, oder wenigstens ohne größere Andersheit in die bestehenden (und systemfunktionalen) Vorgeformtheiten einpassen.

Familie als klar definierte Aufgabe und Familie als ein Baustein einer bürgerlichen Gesellschaft.

Kann nur in einem engen Rahmen Gesellschaft funktionieren (System- und sonstiger Funktionalismus u.a.)? Gesellschaft als Rahmen, der relativ zur Stammesgemeinschaft vielleicht (vielleicht aber auch nur formal) weiter ist/mehr Spielraum aufweist. Oder gibt es neben der, durchaus manchmal netten, Buntheit der verschiedenen Waren, auch eine qualitative Vielfalt? Zumindest grundsätzlich (theoretisch) und immer wieder (praktisch) ein Potenzial dazu? Und ist dieses in Gemeinschaft (verschiedene Formen der Kommune) oder Gesellschaft zu suchen/entwickeln?

Wie zusammen leben? – mit zusammen und leben beides in Ernsthaftigkeit. Ich verweise u.a. auf: Roland Barthes (Comment vivre ensemble?) und die schöne (vermutlich grundsätzlich partielle) Idee des Kibbuz.

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