Ebenen-Extrapolation und kontrafaktische Überlegungen zu den Eigenschaften der Ebenen

Einleitender Gedanke, der eine Ausleitung wäre, wenn es nicht um kontrafaktische Überlegungen über die faktische Wechselwirkung hinaus/daneben ginge:

In einer rein ökonomischen Ebene leben. Besser als in einer rein soziologischen. Eine Einschätzung die ich teile: Eine rein ökonomische Ebene braucht das Recht. Und das Recht braucht u.a. auch die soziologischen Grundlagen. So n scheiß.

homo absolutus und homo relativus.

Erklären mit Evolution

Ewoluzion. Nicht mal die ist eindeutig, aber scheint deutlicher als manche soziale Komplexität (obwohl funktionale und andere Soziologie auch Komplexität reduziert). Sie gibt Erklärungen für verschiedene Phänomene. Unter anderem kann mann damit auch einen gewissen Zynismus als Reaktion z.B. auf enttäuschte Romantik oder Ego erklären. Verstehen ist wiederum etwas anderes.

Ausflüge aus dem sozialkulturell und -strukturell vorgegebenen Schauspiel(feld) (möglich?)

(möglich? -> Möglichkeit hier zwischen menschlicher existenzialistischer Freiheit und dem ebenfalls menschlichen (auch-)Dasein als Teil der Strukturen)

Über das Schauspiel(en) im Leben, seinen Anteil und seine eventuell mögliche (z.B. parzielle oder temporäre) Transzendierbarkeit oder Säkularisierung:

Wie jeder Mensch bin ich auch (mit einem Aspekt* meines Daseins und Handelns) einer der Schauspieler auf den Bühnen der verschiedenen sozialen Kontexte. (Deren Zusammenhang wird auf einer gesellschaftlich-sozialen Metaebene** konstruiert.) Die Potenziale und Grenzen der Menschen (die u.a. als soziale Schauspieler agieren) sind dabei aber vermutlich unterschiedlich – je nach dem welche Art von Rolle sie einnehmen (und evtl. in welchem Strukturkontext).
Da ich ausschließlich, und meist kleine, Nebenrollen besetze, habe ich die Möglichkeit, auch mal die jeweilige Szene als nicht fest eingebundener Zuschauer zu betrachten, oder während der Vorstellung woanders hinzugehen und andere Welten (und die Welt aus anderer Perspektive) anzuschauen; eventuell (potenziell) jenseits der gegenseitigen Beschauspielung und Abgestimmtheiten.

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* der vielleicht bei verschiedenen Menschen unterschiedlich großen Anteil und vermutlich unterschiedliche Bedeutung einnimmt.

** Metaebene als die Ebene, auf der die Gesellschaft von uns Menschen abstrakt als (an-gedachtes) Ganzes reflektiert und konzipiert wird. Wo u.a. der Zusammenhang der einzelnen sozialen Bereiche konstruiert/erzählt wird (als eine, mehr oder weniger überzeugende Zusammenhangs- bzw. Gesellschafts-Erzählung, von eventuell verschiedenen möglichen). Und die Metaebene als die Ebene, auf der viele oft (auch, aber nicht nur?) den Bühnenanteil/-aspekt des Lebens und (alle?) einzelnen gesellschaftlichen Bereiche (selbst z.B. das intime Gespräch?) primär als Schau (und Prüfung) für die gesellschaftliche und sozialumfeldliche Bewertung auffassen und praktizieren/reproduzieren. Wo Menschen dann oft den Erzählungsaspekt des Lebens (weitgehend?***) als Nacherzählung dessen praktizieren, was (zurecht oder vermeintlich) als gesellschaftliche Erwartung aufgefasst wird – u.a. nach dem erwarteten/reproduzierten Erzählschema “Mein Haus, meine Karriere, mein Partner etc.”.

Wenn es als “Aufgabe” **** des (als gesellschaftliche Anforderung an den) einzelnen Menschen (von Gemeinschaften wäre es aber vermutlich eher nicht prinzipiell anders) verstanden wird, ein halbwegs kohärentes Narrativ des eigenen Lebens zu konstruieren – mit meist schon sehr fest vorgeformten Bausteinen. Um dann auf Nachfrage auf die Prüfungsfragen antworten zu können: “Wie läuft es mit der Karriere, mit der Wohnung, mit dem Partner, etc.?”.

*** Weitgehend auf vorgefertigte Bausteine zurückgreifend?, z.B. aus Bequemlichkeit oder aus Angst vor Abweichung und Suche nach Sicherheit durch Einfügung. (Oder im Dienste der Systemstabilität, aber das macht ja vermutlich außer Wolfgang Schäuble niemand bewusst.) Im Gegensatz u.a. zum Menschen als “Unternehmer seiner selbst” [-> Michel Foucault] oder als auf der Suche nach (fragmentarischer) Authentizität und Selbsterfahrung.

**** Beginnt mit einer solchen Einpassung der (un)eigenen Selbsterzählung schon die Selbstaufgabe? Oder ist das zu existenzial-authentizitäts-idealistisch?

Selbstaufgabe ist keine Befreiung von der Aufgabe an und mit sich selbst

Mensch kann oft nicht leben wie er würde, wenn er könnte. Zumindest stoßen all diejenigen an umkämpfte und disziplin-bewachte Grenzen, die nicht schon völlig internalisiert haben oder zufällig charakterlich dem weitgehend entsprechen, was als sozio-mentaler und funktional-konformierter Standardbereich gilt.

Sich selbst zu sein bedeutet kämpfen müssen, sich rechtfertigen, seine Existenzberechtigung aktiv und öfters nachweisen zu müssen, etc. Dass das oftmals zu anstrengend ist, und mensch sich verstellt, ist verständlich. Aber, wer sich angesprochen fühlt: Pflege die innere Freiheit und (ohne das wird sie nicht überleben/existieren können): artikuliere sie äußerlich, wenn auch nicht immer, so doch immer wieder. Und sei solidarisch mit anderen Individuen als solche.

Denn, auch nicht vergessen: Im Leben und nach dem Leben gibt es keinen ernsthaften Preis (in einem Sinne) für die größte und gelungenste Selbstverleugnung. Hingegen zahlt mensch den höchsten Preis, wenn sie und er sich selbst verleugnen, um nicht mehr kämpfen zu müssen oder gar, um akzeptiert zu werden. Denn Akzeptanz ohne Ehrlichkeit ist keine Akzeptanz sondern Verstellung und gelebte Lüge. Das ist logischerweise etwas, was nicht geht: Sich zu verstellen, um unverstellt akzeptiert zu werden. Um mit seinem wahreren Ich akzeptiert zu werden, dass er/sie gar nicht zeigt und aus Sicht der Autoritären auch nicht zeigen soll.

Sein wahreres Ich zu verstellen und eine möglichst technisch gute/individualitätsbereinigte Kopie der soziomentalen Standardisierung anzufertigen/aus sich zu machen. Sich in vorauseilendem Gehorsam dem (teils übertrieben wahrgenommenen/geballt sich ansammelnden oder in manchen sozialen Situationen wirkenden, teils tatsächlich so bestehenden) Konformitätsdruck zu unterwerfen, um “in Frieden gelassen zu werden”. Ein teuer erkaufter und maximal ‘negativer Frieden’.

Praktische Philosophie in der Musterwelt

Im Kant’schen Kindergarten würde mensch lernen, bzw. in seiner Vernunft entdecken und entwickeln, dass Menschen individuell nicht nach formalen Kriterien zu verstehen und beurteilen sind. Die meisten Menschen schaffen jedoch diese gedankliche Entwicklungsstufe nicht oder nur in manchen Momenten, und fallen dann wieder in das (funktionale) oberflächliche Raster->Beurteilung Muster zurück. Für Aufklärungsoptimismus ist kein faktischer Anlass. Aufklärung versucht, trotz dieser empirischen Unentrinnbarkeit sich treu zu bleiben. Eine praktische Philosophie muss die Muster-Sucht (nach Gleichförmigkeit und nach Sicherheit durch Konformität) vieler Menschen und das “wir wählen die direkte Berechenbarkeit und versuchen diese autoritär durchzusetzen” zur Kenntnis nehmen und damit umgehen (ohne es vollständig zu akzeptieren bzw. zu können, denn wir sind zur Freiheit des und unseres Denkens verdammt. Wer mal vom Baum der Erkenntnis gegessen hat wird nicht wieder basis-funktionalistisch, da hilft auch z.B. kein Alkohol).

Postmodernistische Nicht-(oder Un-?)festgelegtheit

Innere Nichtfestgelegtheit, innere Post-Subjektivität.

Äußere Nichtfestgelegtheit/Nichtfestlegung, äußere Vielfalt.

Zusammen nicht möglich? Meine Vermutung: Aus psychologischen Gründen?

Existenzialismus

Der vernunftkonstitutierte Existenzialismus muss ein individualistisch basierter sein, ob als individuelle Lebensphilosophie oder als kooperative Inspiration (zwischen Individuen). Dadurch ist er nie vollständig, kein holistisches Konzept, keine abgeschlossene Sache. Die Vernunft verlangt über diesen (möglichen) existenzialistischen Teil hinaus das Strukturbewusstsein und die inhaltliche Kritik der eigenen Entwürfe. Aus einer solchen, ihrer Nichtvollständigkeit bewussten Existenzialphilosophie, kann auch eine “liberalistische” oder anderweitig individuelle kritische Betrachtung/Perspektive anderer, u.a. strukturaler Ansätze, erfolgen. Eine gegenseitige Inspiration kritischen Denkens ist erforderlich (wenn mensch nach vernünftiger Einsicht und Entwicklung strebt). Und es könnte, was die Entwicklung und Praktizierung zumindest partieller Lebensformen angeht, eine Grundlage sein, die existenzialistisches Ernstnehmen der Idee mit strukturalen und anderen Einsichten verbindet. Aufklärung und Praxis und kritische Reflexion.
In der Realität ist es meist weniger so theoretisch-logisch und ethisch-schön, dass eines aufs andere folgt und es gleich sichtbare Verbesserungen gibt. Die Erkenntnis macht einen auch bescheiden – sowohl die theoretische Einsicht (über die verwobene Zusammensetzung des sozialen Lebens) wie auch die praktische Erfahrung. Aber mindestens zwischendurch sollte mensch Inspiration nicht verweigern. Auch wenn die Erfahrungen der Enttäuschungen Angst machen oder Schmerzen verursachen. Kritisch bleiben muss mensch eh, wenn einem das gegeben ist. Und entscheiden muss mensch auch, aktiv oder passiv. Dabei existenziale Aktivität (das Praktizieren des Versuchs), strukturale Bewusstheit (auch zur Bildung einer gewissen Frustrationstoleranz bzw. einem Verständnis [zum Beispiel für die Imperfektion von Demokratie], ohne individuelle und politische Versuche der Verbesserung grundsätzlich aufzugeben) und Vernunftethik zu verbinden, ist zumindest theoretisch für mich zusammenpassend. Für interessierte Individuen (für die auch wichtige sach-solidarische und politisch-kollektive Aktion/Politik eher zu wenig materialistisch vermutlich) auch eine kritisch-offen zu haltende Basis für Praxis und Entwicklung.

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