Individuum, theoretische Fundierung der Vernunft, zurück zu Individuum

individuum zu theoretischer vernunft zu individuum zurück

Philosophy and identity

Philosophical reasoning to locate oneself philosophically as functionally (and structurally?) equivalent to identity-constructing?

Not the “selbe” but the “gleiche”?

The Schopenhauer side of life

Schoppi

Aus postmodernistischer Sicht oder Lektüre könnte gefolgert werden: Positive/Positivistische Sozialwissenschaft ist nur Illusion. Aus der Lektüre von positivistischer Postmodernismus-Kritk könnte gefolgert werden: Postmodernismus ist nur eine Illusion, als ein Bild von positivistischer Sozialwissenschaft als unbewusstes oder bewusst-instrumentalisierendes Ausführen von Strukturen, die als Folge, nicht als Repräsentation/Deskription der jeweiligen Strukturen einer Zeit wenig darüber hinaus aussagende „Gemachtheit“ aller positiven Sozialwissenschaft (als Konstruktion und Strukturresultat).

Dem ist aber nicht so (also das ist nicht das positive und kritische Potenzial, was beide Ansätze haben). Zumindest ist das eine mögliche, aber zu einfache bildlich-zweidimensionale Interpretation der Stärken und Schwächen beider Zugänge zur Sozialwissenschaft.

Kultur als eigenständige Fläche/Volumen

Wäre eine (überhaupt mögliche, und sinnvolle) Reaktion auf die Strukturalisiertheit [Strukturiertheit, wie sie strukturale Perspektiven beschreiben] des sozialen Lebens eine Verlagerung?/Ausdruckssuche in der Kultur? Alldieweil Kultur, wenn sie “ent-soziologisiert“, d.h. (nicht im Sinne der Wissenschaft, sondern) von den sozialstrukturellen Spielchen des Menschen um Status etc. gelöst (betrachtet) wird, also extrapoliert wird. Und dann als eine relativ unabhängige (wiewohl immer auch wechselwirkende) Fläche, oder Volumen darstellen könnte, die praktisch ernsthaft (und nicht nur instrumentell aus soziologischen, psychologischen oder ökonomischen Motiven) gefüllt werden kann. So dass sie also nicht nur ein theoretischer, nur gedachter Punkt (ohne Fläche) wäre, sondern praktikabel.

Als Ideal: Ich versuche, Argumente rational und gleichberechtigt zu erfassen, zu verstehen (zu rekonstruieren und wirken zu lassen) und damit ehrlich umzugehen.
Gleichzeitig versuche ich, den postmodernistischen Aspekten der Welt gewahr, nicht reduktionistisch zu sein, das heißt für mich u.a., dass auch wenn eine Erzählung plausibel oder eine Argumentationsreihe für sich überzeugend klingt/ist, das nicht die Wahrheit und, öfter, nicht die ganze Wahrheit sein muss.

Absichtliches Nichtverstehen und ernsthafter Austausch

„[Hans] Alberts Strategie hingegen könnte ich in Symmetrie zum Vorwurf der Verdunklung als Dummstellen charakterisieren: Man will nicht verstehen, was der andere sagt. Diese Strategie, die den Gegner zwingen soll, die eigene Sprache anzunehmen, ist einige Jahrhunderte alt und seit den Tagen Bacons außerordentlich erfolgreich. (…) Das methodisch geübte Kannitverstan trocknet eine Diskussion aus, die sich schon im Umkreis eines gemeinsam vorausgesetzten Vorverständnisses immer bewegen muß. Auf diesem Wege fördert man allenfalls einen Ethnozentrismus wissenschaftlicher Subkulturen, der die Offenheit wissenschaftlicher Kritik zerstört.
In diesen Zusammenhang gehört der Vorwurf der Unverständlichkeit. Soweit er mich als empirisches Subjekt trifft, nehme ich ihn mir reuevoll zu Herzen; soweit er sich aber gegen eine Struktur des Sprechens und Denkens richtet, bedarf er der Erläuterung. Verstehen ist eine zweistellige Relation. Bei meiner Pflichtlektüre von scharfsinnigen positivistischen Untersuchungen habe ich die schmerzliche Erfahrung gemacht, vieles nicht oder nicht sogleich zu verstehen. Ich habe die Schwierigkeit meinen mangelhaften Lernprozessen zugerechnet und nicht der Unverständlichkeit der Texte. […]“

Auszug aus Jürgen Habermas (1969): Gegen einen positivistisch halbierten Rationalismus.
In: Adorno, Th. W.; Albert, H.; Dahrendorf, R.; Habermas, J.; Pilot, H.; Popper, K. R. (1969): Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Neuwied, Berlin.
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