Kleine Feuer im Sturm

Da kann man doch fast stolz*, bzw. einfach erfreut sein, über den (in diesem Fall) schwäbischen (symbolisch für alle Regionen stehenden) Frei- und Eigensinn. In dem hier gemeinten Falle haben viele Menschen den Spielraum des Akteurs passiv (oder manche vielleicht sogar bewusst und aktiv) zur Positionierung in der Zeit und gegenüber der Zeit genutzt.

In der (von mir so modellierten und benannten) ‚Veränderungszeit‘ ändert sich die Grundstruktur der Gesellschaft. Und mit dieser die konkreten (Sub- und Teil-)Strukturen der Organisation der sozialen Lebensbereiche. Gegenüber den Stürmen der strukturellen Veränderung kann der Akteur (das Individuum und seine Gruppen) rebellisch sein, abwartend, oder diesen prozyklisch entgegenlaufen.

Gegenüber der (sich derzeit abzeichnenden und sich möglicherweise im Laufe der Veränderungszeit etablierenden) „Gesundheitsrepublik“ gibt es aber bisher wenigstens noch nicht so viel, bzw. keinen vollen vorauseilenden Gehorsam. In den Wellen, die die Veränderungszeit aufwirft, tummeln sich bereits viele Opportunisten, die die Zeitenänderung (als vermeintliche Avantgardisten [selbst]dargestellt) zur sozialen Positionsverbesserung und Statusgewinn zu nutzen versuchen. Der Sturm der Veränderung selbst wurde aber zumindest vielerorts (noch) nicht stürmisch begrüßt. Eine schöne Randnotiz, die auch einmal für die Spezies Mensch spricht, wie ich derzeit einschätze.

[…]
In den schwäbischen Städten und Landkreisen blieb die Unterstützung für das Volksbegehren gegen die „Aufweichung des Rauchverbots“ in Bayerns Gastronomie am geringsten,

wie aus dem am Donnerstag im Internet veröffentlichten vorläufigen Ergebnis des Statistischen Landesamtes hervorgeht.

In Neu-Ulm unterschrieben nur 7,1 Prozent, in Dillingen an der Donau waren es 7,7 Prozent und in Günzburg 9,4 Prozent der Wahlberechtigten – das waren die niedrigsten Zahlen im ganzen Freistaat. Einzeln betrachtet hätten sie nicht für einen Volksentscheid ausgereicht, denn dafür sind landesweit zehn Prozent notwendig.
[…]

Quelle: Augsburger Allgemeine Zeitung

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*Natürlich nicht stolz im ernstgemeinten Sinn, denn das kann man nur auf eigene Leistungen sein, nicht auf die Taten anderer. Aber eben ein wenig emotional erfreut.

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