Teure Entwicklung

Warum es in den USA vermutlich zu einer staatlichen Übernahme der Krankenversicherung kommt, und gleichzeitig zu einer Vergrößerung der Truppenstärke in Afghanistan, erzählt Ivan Eland auf antiwar.com aus einer akteurzentrierten Perspektive:

If the politicians really got inspired, they would scrap both expensive efforts entirely. Scrapping further government intervention in the health care system would please the Republicans, and scrapping the escalation would put a smile on the face of liberal Democrats. Why doesn’t Congress use this reverse logrolling more often? Because all special interests, who by their nature like to spend other people’s money, would be disappointed.

Auch in den USA gibt es „Warfare-Welfare“-Phänomene. Vielleicht in geringerem Ausmaß als im guten alten Europa vor der demographischen Zäsur oder in anderen heute noch prä-demokratischen (von der Sozialsituation und den daraus folgenden Sozialstrukturen her) Gesellschaften und Staaten.

Auch was die Verbindung zwischen wirtschaftlichem und politischem Teilsystem der Gesellschaft angeht würde ich die USA nach politologischer Einteilung eher als „(neo-)korporatistisch“ denn als „liberal“ organisiert einschätzen. Hier sind die USA schon lange (oder schon immer in einer etwas anderen Variante?) „(re)europäisiert“. Soll heißen: Auch die USA (oder auch die Europäer) sind ein moderner Massenstaat. Zwischen Europa und den USA bestehen gewisse föderalistische und politikorganisatorische Strukturunterschiede – aufgrund ihrer Geschichte und aufgrund ihrer anderen demographischen Bevölkerungsverteilung (was man u.a. auch geographisch betrachten kann). Zentralregierungen funktionieren aber nach bestimmten Prinzipien, die man – ob „positivistisch“ oder „kritisch“ – auch universell, und nicht nur spezifisch, interpretieren kann.

Demographisch und auf mittlere Sicht dynamisch (siehe u.a. Gunnar Heinsohns Einschätzung) können die USA bzw. „USanada“ das vermutlich stemmen. Ob sie es (sich) mittelfristig finanziell (was die staatliche Schuldenkapazität und die Geldmenge betrifft) „leisten“ können ist fraglich.

Quelle für Zitat: http://original.antiwar.com/eland/2009/12/01/pay-for-the-war-or-just-call-it-off/

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