Spekulation: Arbeitswelt der näheren Zukunft

Eine Vermutung meinerseits: Die demographische Umbruchphase (in der es, mindestens eine Zeit lang, deutlich mehr Ältere im Verhältnis zu jüngeren Gesellschaftsmitgliedern gibt) wird ein wenig verändern. Unternehmungen werden junge Menschen zur Ausbildung benötigen, und dafür bestimmte heutige formale Standards senken (müssen, bzw. nonintentional tun). Auch ältere Menschen als quantitativ haupttragender Teil der Gesellschaft werden qualitativ gefragter werden. Umschulungen und neue Arbeitsmodelle werden Arbeitsmöglichkeiten verändern.

Arbeit ist, als Teil des Ganzen, den jeweiligen Grund- und Substrukturen entsprechend (und selbst eine Substruktur darstellend) organisiert. Die derzeitige („postfeudale“, „klassische“, etc.) Lohnarbeit ist für die noch-heutige-Zeit charakteristisch. Es könnte in und nach einer ‚Veränderungszeit‘ auch ein anderes Verständnis (eine andere gesellschaftlich kommunizierte Vorstellung) von Arbeit geben, so dass die Lohnarbeit nicht mehr die einzige Vorstellung von ‚Arbeit‘ sein würde. Das zeichnet sich vielleicht heute schon etwas ab. Als ein Indiz dafür könnte das eventuell größer werdende freiwillige soziale Engagement innerhalb der Großgesellschaft interpretiert werden. Die Quantität von ‚kleinen Gemeinschaften‘, in denen direkt sozial eingebundene Verantwortung für Menschen, die einem längerfristig persönlich bekannt sind, eingeübt und wahrgenommen wird, scheint geringer zu werden (ob es so ist, oder nur so scheint, ist eine weitere Frage). Dafür erhöht sich derzeit eventuell die Quantität des Engagements, über die Kleingruppe hinaus, in anonymerem, ‚großgesellschaftlichem‘ Rahmen (oder zumindest wird ein solches verstärkt medial [und sozial?] kommuniziert). Diese Form des Engagements wird nun teilweise institutionalisiert und konventionalisiert (z.B. der Bundesfreiwilligendienst). Darüber, wie die Zukunft der Arbeit in einer „älteren Gesellschaft“ allgemein aussehen wird, kann ich aus meiner Perspektive derzeit allerdings auch nur spekulieren. Aber meiner strukturistischen Perspektive nach wird es sich organisieren. Eventuell können wird aber mit unserer bzw. seiner/ihrer individuellen und gruppenbezogenen sozialen Positionierung (in [je]der jeweiligen strukturgebundenen Entwicklung) dazu beitragen, dass die Arbeitswelt (auch in der neuen Sozialsituation/bei veränderter gesellschaftlicher Grundlage) in der Praxis humaner wird.

Die „theoretischen“ Grundlagen der Gesellschaft können von uns abstrakt wahrgenommen und interpretiert werden. Die Subjektivität des gruppenbezogenen Menschen und die Biographie des Individuums ergeben unsere jeweilige Perspektive darauf. Aber in der Praxis, im gelebten Tun, können wir uns – hier liegt vielleicht ein gewisser, mindestens vorstellbarer ‚Spielraum‘ – so positionieren und so verhalten (Haltung und Handlung), dass wir versuchen können, andere Menschen (in ihrer jeweiligen Lage) zu verstehen und auf einander konstruktiv zu reagieren. Das wäre eine „direkte Aktion“, mit der man sich gegenseitig das Leben (und Arbeiten) erleichtern könnte. Indirekt können wir reflektieren und interpretieren. Daraus kann (und vielleicht sollte) auch immer eine praktische Folgerung abgeleitet werden. Arbeit ist nicht gleich Arbeit, es kommt auch auf die Haltung der „mit gefangenen“ Menschen zueinander an.

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