Nihilismus und Vernunft

Für mich gibt es Nihilismus als a) Daseins- und Existenzdiagnose der Welt, b) eine zu überwindende/temporäre Stufe, auf die etwas dem nihilistischen Urzustand/möglichen Zustand entgegengesetzt wird, c) eine dauerhafte Ausgangsannahme über die Welt.

Nihilismus scheint dabei relativistisch zu sein, aber das bedeutet auch weniger Ausschläge in eine oder eine andere Richtung:
Idealismus und Empathie/Mitleid/Ansehen von Anderen als Gleiche etc. können sich mindestens genauso, potenziell (weniger, aber auch) mehr voneinander entfernen. Als Nihilismus und selbiges. Denn ernsthafter Nihilismus ist (schwer auszuhalten und) keine Begründung/Grundlage für große Ideologien oder, wie auch immer konstruierte, große Erzählungen [vgl. Lyotard und Postmodernismus]. Nihilismus ist eigentlich verganzheitlichter/allgemeiner Defaitismus. Er kann meiner Einschätzung (oder meinem Charakter) nach nicht als Ganzheitlich durchgehalten werden. Aber Nihilismus und Relativismus sind, neben Sophismus und Postmodernismus, eine existente/wahre kritische Erinnerung (reminder), dass keine Ideologie aus der unvermeidlichen Subjektivität jedes Menschen heraus absolut anwendbar ist. Im Zweifel für den Menschen und nicht für die Idee. Gerade aus (der) Vernunft, die nicht im Vorhinein allgemeingültig substanziell festgelegt werden kann, sage ich als Kantianer. Sondern die Vernunft existiert, aber/und sie muss im konkreten Fall (Strukturfall oder Individualfall) angewendet/vernünftig-reflektiert in die Praxis gebracht werden.

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