Ein Teil der Existenz parallel zum strukturellen Holismus

Die existenziale (aus der Sicht meiner derzeitigen Existenzialphilosophie) Ebene ist eine literarisch-geistige Ebene. Sie kann vielleicht existieren/in die Existenz gerufen werden, und existiert dann meiner jetzigen Vermutung nach parallel zur strukturalen Ebene¹. Ob das Existenzialphilosophische theoretisch und in der Praxis gelegentlich (in Gelegenheitsfenstern oder zufällig, bewusst oder unbeabsichtigt) das Strukturelle² transzendieren (hier als: gedanklich und handelnd überschreiten) kann³, ist fraglich/offen. Zumindest ist es als Ziel/Orientierung formulierbar – formuliert in der Sprache. Diese ist im die strukturelle Basis, und im poststrukturalistischen Konzept dabei ohne Zentrum, ohne Individualität.

„Demzufolge könne auch das soziale Handeln und einzelne Individuum nicht aus sich heraus begriffen werden, sondern nur in den Ketten der Signifikanten und Signifikationen.“ *

Das Ergebnis des als Versuch formulierbaren Transzendierens der Struktur(über-)determiniertheit ist wieder fraglich bis offen.

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¹ die strukturale Ebene als das Strukturelle im poststrukturalistischen und strukturalistischen Konzept.
² Insbesondere das KonstituiertSein des Subjekts durch die Strukturen. Und auch das immer-wieder-konstitutiertWerden im poststrukturalistischen Fließ(enden)-Sinn [->vgl. auch Sein und Werden bei Hegel?].
³ Wie vielleicht auch z.B. den Versuch des Surrealismus, den Code zu durchstoßen, den Roland Barthes beschreibt als:

„Der Surrealismus schließlich […] konnte der Sprache natürlich keine souveräne Stellung zugestehen, weil die Sprache ein System ist und das romantische Ziel dieser Bewegung aus einer unmittelbaren Subversion der Codes bestand (übrigens ein illusionäres Ziel, da ein Code nicht zerstört, sondern nur »gespielt« werden kann).“

Als eine der Methoden des Surrealismus beschreibt Barthes das

„plötzliche Durchkreuzen von Sinnerwartungen […] (der berühmte surrealistische »Stoß« [»saccade«])“.

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* Zitat aus Michael May: Der (post-)strukturalistische Diskursbegriff. In: May, Michael: Aktuelle Theoriediskurse Sozialer Arbeit. Eine Einführung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden. 3. Auflage 2010.
Zitate von Roland Barthes aus: Der Tod des Autors. Übersetzt von Matias Martinez. Philipp Reclam jun., Stuttgart. 2000.

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