Homo narrativus und relationale Wertzuschreibungen an relationale Erzählungen

Eine Interpretation (eines effektiven, „wichtigen“, Aspekts) der ‚conditio humana‘ : Der Mensch ist u.a. (und weit oben in seiner soziologischen und psychologischen Dringlichkeit) ein ‚homo narrativus‘.
Der Mensch braucht durch
(auf der strukturalistischen Ebene) Ko-Konstitution (und phänomenologisch im Bereich der Konstitution)
verbindende&immer gleichzeitig (dafür) trennende Muster/Einteilungen.
Diese geschehen auf der Konstruktionen-Ebene via/mit dem Vehikel/der Ausdrucksform der verschiedenen Konstruktionen und Erzählungen. Die konkreten Konstruktionen (Kohärenz-Erfindungen) und Erzählungen wechseln im Laufe (physikalisch möglicherweise: in) der Zeit ihre (phänomenologische?) Erscheinungsform, strukturalistisch interpretiert als Variation der strukturalistischen Grundmuster.
Und meinem Geschmack nach (denn es gibt keinen [nicht-relationalen, nicht ko-konstituierten] objektiven Standard in solchen Fragen) ist es die Gewaltenteilung zwischen den Konstruktionen & Erzählungen, die interessanter ist, als die temporäre (in der bisherigen Menschheitsgeschichte nicht dauerhaft bestehende) Stark-Dominanz einer bestimmten „Großen Erzählung“ (siehe Jean-François Lyotard und viele andere).
Schön (wenn auch zirkulär und vermutlich nur der Unterhaltung wegen, nicht wegen eines übergeordneten ‚Sinns‘) ist es für mich subjektiv dann, wenn es Gewaltenteilung zwischen den Narrativen gibt. Dazu kann man sich (ob man nun determiniert ist oder nicht, zumindest vorstellen, sich) im strukturalen Nullsummen-Spiel (Ko-Konstituiertheit aller Für und Wider etc.) auf die Seite jeweils derjenigen (wechselnden) kleineren (von weniger Menschen nacherzählten) Erzählungen stellen, die gerade von den größeren Erzählungen überheblich abgewertet werden. U.a. Lyotard sah ja vermutlich auch aus seiner Perspektive nicht (so) zutreffend das ‚Ende der Große Erzählungen‘ gekommen.
(Das war in meiner derzeitigen Intepretation entweder
– vorschnell, ein Ende des immer wieder Wiederkehrens [in rekombinierter Form] der Großen Erzählungen ist bisher noch nicht in der Entwicklung des Universums und Lebens aufgetaucht [vielleicht ja etwas [[wenigstens ein bisschen]] veränderbar mit Biotechnologie oder ‚Künstlichen‘ Lebensformen].
– Oder die sich beim Menschen im Gang durch die Dimension der Zeit wiederholende* Wiederkehr der großen Sehn- und Sinn-Süchte ist grundsätzlich unveränderbar [„sicher“/langweilig, aber verlässlich festgelegt, wäre diese Unveränderbarkeit, wenn das menschliche Interpretations- und Konstruktionsmuster [[als strukturales, ko-konstituiertes, sich nur in seinen internen „Kräfte“-Verhältnissen mal so oder so verschiebendes]] eine feststehende/dauerhaft reproduziert werdende Eigenschaft des Universums [[bzw. unserers Universums, falls Multiversen]] oder des Lebendigen in diesem Universum wäre -> also dann nicht ‚wäre‘, sondern ‚ist und bleibt‘].)
Die Großen Erzählungen sind meiner Einschätzung nach weiter vorhanden und (z.B. durch Biologische Kapazitäten, oder das Universum) reproduzierend. Vielleicht in etwas weniger klarer, aber weiterhin effektiver (sozial wirksamer/zur Wahrnehmung und Geltung [als sozialer Fakt nach Durkheim] kommender) Form.
Große Konstruktionen, die viele Menschen integrieren, welche sich (positions- und sinn- -suchend und -verteidigend) diesen „guten“/sozial erfolgreichen Erzählungen anschließen. So großflächig integrierend, dass sie das ‚Böse’/’Andere‘ (im ’strukturalistischen Aspekt oder Grundmuster des Lebens‘ immer ko-konstituiert) immer gleichzeitig
– in sich tragen und dort damit umgehen müssen (oft durch kleinreden, interne Ausgrenzung, Abwertung, Verdrängung etc.)
– und es auf ein relativ kleineres ‚Anderes’/’Außen‘ (kleiner gegenüber dem Großen Inneren der Großen Erzählung) auslagern. Outsourcing des ko-konstitutiven Bösen, Falschen, Schlechteren, etc. Des (notwendigen und „falschen“) ‚Anderen‘, ohne das es keine Integration und Hierarchie gäbe, von der der Mensch abhängig ist.
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* Iterative Weiterführung der Muster, vgl. Jacques Derrida. Ungleich Deleuze und Guattari mit Emergenz-Interpretation und Rhizom-Metapher.

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