Vermutlich, so lange so ein (Vor-, Nach-, und Hin-und Her-)Denken existiert, ein immerwährendes Dasein (z.B. als Dreieck).
Immanuel Kant: From reason to dignity (from abstract to concrete)
Refering to Immanuel Kant: We’re all blessed (and afflicted) with a potential to reason. Therefore equality of all is an theoretically absolute fundament of human life. We ought to work for a society and a world, where reason has growing better chance to flourish. As we have the duty (in a motivating and sometimes also demanding and inconvenient way) to respect ourselves and (indivisibly connected with each other) respect all other human beings – in principle and in general. In practice we got to and are able to differentiate according to behaviour (based on reason), not status or any other particularist (non-generalisable) features. People are always ends (for and by themselves), never only means (as mere instruments for others).
Reason implies dignity and individuality -> referring (and applicable) to social contexts, society as a whole and a universal equality of potential of all humans.
Nun bin ich hier gelandet: Kant und die logische Philosophie
Ich bin kantifiziert. Habe mich in den letzten Wochen, für eine Seminararbeit, mit der Kantschen Schrift “Zum ewigen Frieden” und daraufhin mit der Rechtsphilosophie und allgemein Philosophie von Immanuel Kant beschäftigt. Noch nicht so lange, aber doch im Ansatz, und ich bin davon inspiriert (mit geistiger Anregung versehen) worden. Im Sinne Thomas S. Kuhns habe ich eine Revolution meiner philosophischen Grundlage erlebt. Im Sinne des Kritischen Rationalismus geht nun die Arbeit teils von neuem Startpunkt aus wieder los, teils auch insgesamt philosophisch weiter. Auf anderer Grundlage, und mit derzeit großer Motivation – zumindest allem Anfang wohnt ein Zauber inne, die Kunst ist es vermutlich, sich Zauber zu erhalten.
Sophismus als kritischer Relativismus, der Übertreibungen relativiert
Der Sophismus relativiert und kritisiert die großen Konstruktionen: Die ethisch-philosophischen Versuche von klaren Orientierungen allgemein, besonders aber die ideologischen (bzw. zur Ideologie gewordenen) Versuche der Letztbestimmung der Dinge [siehe Reiner Vogels Kommentar]. Mit dieser behaupteten Letztbestimmung wurde und wird (auch heute noch, teils wegen der menschlichen Suche nach Letztbegründung auch im Praktischen, teils aus Status- und Macht-Gründen etc.) über die theoretische Philosophie und über den freiwilligen ethischen bis moralischen Vorschlag hinaus, eine “objektive Erkenntnis” für alle behauptet und dann autoritäre Vorschriften (teils weit) über das intersubjektive Maß hinaus “abgeleitet”.
In einer sophistischen Familie kann man in der Neuzeit vielleicht u.a. Max Stirner, den Grundansatz der Nihilisten, und heute die Postmodernisten und allgemein die (kritischen, nicht oberflächlich bleibenden) Relativisten [vgl. Wolfgang Welsch] sehen. Die frühen Sophisten waren (schon logisch von ihrem relativistischen Ansatz her) auch Anti-Elitisten und betonten gegenüber der Bildungselite der Antike den Gedanken sozusagen (meine Wortwahl) einer ‘Volks-Philosophie-Souveränität’ [so u.a. Daniel von Fromberg: "Demokratische Philosophen..."]. Sie hinterfragten auch die intellektuell und sozialstatuell ‘Größten’ ihrer Zeit und forderten eine Kritikmöglichkeit an allem, aber auch für alle. Entgegen u.a. (einer elitären Interpretation) der “Philosophenherrschaft” Platons. Die Sophisten verwendeten vermutlich (pragmatisch, aber auch untereinander unterschiedlich) sowohl einen instrumentellen Relativismus (als rhetorische Abwehr- und Angriffs-Waffe) als auch einen kritisch-reflektierten Relativismus: Als ihr Ansatz einer eigentlich-philosophischen Suche nach Weisheit, und nicht nur für den rhetorischen Sieg. Ein Relativismus, der grundsätzlich alle Konstruktionen kritisch hinterfragt – und damit auch die Eigene, der also nicht selbst zum Absolutismus (eines absolutistischen Relativismus) wird → eine dauerhafte Herausforderung für jeden ernsthaften Relativisten.
„Damit lässt sich kein Staat machen“ könnte man sagen. Das kann sein. Zumindest die Staaten der ‘Moderne’ basieren auf Absolutem* bzw. (gewissen, mehr oder weniger weitgehenden) Festlegungen. Auf absoluter – nicht Erkenntnis, aber – Setzung. Eine Art Positivismus, zu der Sophismus und andere Absolutheitskritik der Negativismus ist. Ob es einen postmodernistischen Staat geben kann (auf postmodernistischer Philosophie basierend, nicht nur als „postmodern“ im Sinne irgendeines rein zeitlich nach-modernen Nachfolgers des modernen Staates) ist fraglich. Aber ich halte den Sophismus und andere kritische Relativismen für wichtig für die Ausgewogenheit einer Gesellschaft, für die Kritik am jeweils (und allem) Etablierten und für die philosophische Gewaltenteilung – in Theorie und Praxis.
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* Die neuzeitlichen Staaten bildeten sich ja (im Mainstream und in der weiteren Entwicklung) aus dem ‘aufgeklärten Absolutismus’ heraus.
Branches of interpretations of government
One of a lot of possibilities to discern different basic assumptions/premises about ‘government’ and ‘state’ (the abstract ideas associated with, and concrete materialisations of, them):
For example one can distinguish between (an abstract construction of) these two big trees (or also possible to [re]construct: branches of the same tree) in the history of political (or generally social) ideas:
1) ‘Manifest government’, as a kind of human development destiny
Assumption: “Government is something rather good.” To be the fundament of (every? or every ‘positive’?) law. To constitute and execute the rights of every single person subjected to it [the ambivalence of being a subject to/in law].
Idea: You got to have government to be secure (enough) to be (able to be) “free”. Freedom (or legal liberty) only to come with a state and a strong government to execute law (and more or less tightly: order). (Felt) “Freedom” and (felt) “security” seen as rather ‘requirement and result’ than opposites or concurring.
2) ‘Manifest anarchy’, as a human potential to overcome hierarchical social organization etc. Either as a theoretical ideal—with the state still to be there [classical liberalism -> a)] or seen concretely (not only in the clouds of the “ideal world”) as a realizable possibility [different forms of anarchism -> b)]
Assumption: “Government is rather something dangerous.”
a) State/Government power has to be limited and the powers should be divided. But a state has to exist to secure the individual rights and with that [there are no collective rights] the constitutional state as such.
b) There should be as much limitation of state and government as possible. Ideally there will be no state cause society and/or social communities can organize themselves and people can actually live without a (fixed, established or any) form of government.
Idea: (Felt) “Freedom” and (felt) “security” seen as rather competing and “real” security either only achievable with “real” freedom (not the other way round) or seen as (“absolute security” etc.) not achievable (or desirable) at all.
In my structuralist view, I see the “choosing” of (every) one’s basic assumptions (about life etc.) conditioned by his and her social situation [composed of one’s biography and one’s current status (rather abstract) and one’s roles within society and (rather concrete) social environment.
Or as, for example, Johann Gottlieb Fichte said (interpreted in a certain way): “What sort of philosophy one chooses depends on what sort of person one is.”*
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* Read more at http://www.brainyquote.com/quotes/authors/j/johann_gottlieb_fichte.html#2YuHGwd57P8vcWiV.99
[Universalistische Perspektive:] Pragmatismus (und alles Andere) gibt es überall
Der (abstrakte und nichtpersonell traditionelle) “angelsächsische” Pragmatismus liegt im pragmatischen Umgang mit dem Abstrakten. Z.B. das Gewohnheitsrecht im Englischen oder der situationsorientierte Umgang mit Prinzipien.
Der “deutsche” Pragmatismus liegt in der – seit dem 18. Jahrhundert? – als traditionell formulierbaren Orientierung am Formalen und (fest) Geschriebenen. U.a. in der Tradition der Gültigkeit des Formalen – nicht unabhängig aber doch bedeutsam gegenüber der aktuellen sozialen Lage, auf die zu reagieren ist. Der Pragmatismus liegt (u.a.?) darin, das Formale nicht spontan/immer wieder aufzugeben, sondern an die “Realitäten” anzupassen, so dass formal (nahezu) alles aufrecht erhalten bleiben kann. So kann Beständigkeit und Wendigkeit gleichermaßen als “Bewahrung” und “Kontinuität”, “Verlässlichkeit” etc. gesellschaftsstatuell verkauft/dargestellt werden. ["Realität" hier als die durch die jeweils (in einem "historischen" Raum-Zeit-Kontext) dominante soziale Perspektive interpretierte Sichtweise.]